Mutig für eine menschliche Kindheit

Walburga Benninghaus Politik für Kinder

Kinder verdienen unsere ganz besondere Aufmerksamkeit und unseren Schutz. Ich setze mich ein für eine menschliche Kindheit – und für Kinderrechte in allen Bereichen. Die Arbeit für Kinder und Jugendliche ist mein großes Lebensthema. Ich habe eine Ausbildung als Erzieherin und habe Sozialpädagogik studiert. Während meiner gesamten politischen Arbeit habe ich mich immer für Kinder und Jugendliche eingesetzt.

Was ist nun für mich eine menschliche Kindheit?

Eine menschliche Kindheit gibt Wurzeln und Flügel.

Kinder brauchen Geborgenheit, Zuneigung und Liebe – aber auch die Freiheit, sich selbst zu finden. Dies ist manchmal einfacher gesagt, als getan – sowohl im Privaten als auch in der Politik. Wir müssen unseren Kindern Wurzeln geben, indem sie behütet aufwachsen können. Sie brauchen Zuwendung und Schutz. Dies aber darf die Kinder nicht erdrücken. Sich selbst zu finden ist gar nicht so leicht, dies gilt gerade auch für Kinder. Wir müssen sie ermuntern, sich auszuprobieren und die Welt zu erkunden. Dazu gehört auch, dass Kinder Fehler machen dürfen.

ƒEine menschliche Kindheit hat gleiche Chancen.

Alle Kinder müssen die gleichen Chancen bekommen – unabhängig vom Status und der Herkunft der Eltern oder ihren finanziellen Möglichkeiten. Für mich ist es unerträglich, wenn Kinder benachteiligt werden. Dabei geht es mir nicht darum, dass jedes Kind immer das neueste Spielzeug oder die neueste Markenklamotte braucht. Es geht um die grundsätzlichen Chancen im Leben und an Teilhabe. Es kann nicht sein, dass es noch immer Kinder gibt, die nicht mit auf eine Klassenreise gehen, weil die Eltern sich das einfach nicht leisten können. Es darf nicht sein, dass manchen Kindern Förderung und Nachhilfe offenstehen, vielen aber nicht. Und es ist nicht akzeptabel, dass viele Kinder keinen Zugang zu Kultur, Bildung und vielen anderen Dingen haben. Und am schlimmsten ist es, wenn Kindern das Recht auf eine gute Erziehung verwehrt wird.

Hier müssen wir weiterarbeiten. Manchmal kommt mir das wie die berühmte Sisyphusarbeit vor. Sie endet nie. Wir werden nie einen Punkt erreichen, wo wir sagen können: Es ist geschafft. Wir haben bereits so viel angepackt in diesem Bereich – und es liegt noch immer viel vor uns. Deshalb ist es so wichtig, hier immer hartnäckig zu bleiben und das Thema Chancengerechtigkeit für Kinder oben zu halten. Dafür arbeite ich!

Eine menschliche Kindheit ist erfüllt von Bildung.

Wir müssen unseren Kindern die beste Bildung geben – und zwar allen! Dies ist ein ganz wichtiger Baustein für Chancengerechtigkeit. Bildung beginnt lange vor der Schule, oft sogar vor der Kita. Und sie geht weit über die Schule hinaus. Nicht auf alles haben wir als Politik Einfluss. Wir können beispielsweise nichts dafür tun, dass Eltern ihren Kindern viel vorlesen. Aber dort, wo wir gestalten können, müssen wir alles für eine beste Bildung unserer Kinder tun.

Jedes Kind sollte die Möglichkeit haben, in eine Kindertagesstätte zu gehen. Dies hat auch was mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu tun – aber es profitieren auch ganz besonders die Kinder. Sie lernen soziales Verhalten und können viel mehr von der Welt erkunden, als es zuhause möglich wäre. Ich trete nachdrücklich für kostenlose Kinderbetreuung ein. Und ich trete dafür ein, dass Kitas gut ausgestattet sind und die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in der Kinderbetreuung motiviert und gut ausgebildet sind. Dazu gehört übrigens auch eine angemessene und gerechte Bezahlung der Menschen, die sich um unsere Kinder kümmern!

Aber auch in der Schule müssen wir weiter etwas tun. Ich mache mich für eine echte Lernmittelfreiheit stark. Auch hier geht es nicht um jeden Stift, den ein Kind im Unterricht benutzt. Aber viele Dinge in der Schule hängen noch immer vom Geldbeutel der Eltern ab. Das darf nicht sein!

Eine menschliche Kindheit ist kindlich.

Kinder sind keine kleinen Erwachsenen! Sie müssen das Recht auf eine echte Kindheit haben, ohne Leistungsdruck, Stress und zu ohne große Erwartungen. Viele halten das für weniger dringend. Ich aber finde das extrem wichtig. Eine schöne, kindliche Kindheit ist die Basis unseres ganzen Lebens. Niemand kann sie uns wiederbringen, wenn wir sie nicht erlebt haben.

Kinder sollten das Recht auf Spielen, auf Freiheit und Freizeit haben. Das Leben vieler Kinder ist heute viel zu durchgetaktet und viel zu stressig. Eine Kindheit erfüllt von Bildung bedeutet nicht, dass ein Kind bis in den späten Nachmittag in der Schule sitzen soll und danach täglich weitere Anschlusstermine folgen. Zu einer Kindheit gehört auch mal das schlechte Zeugnis oder der vermasselte Schultest. Es gehören Nachmittage voller Abenteuer im Wald oder auf dem Spielplatz und Abende mit dem spannenden Buch und eine Taschenlampe unter der Bettdecke dazu. Und das müssen wir als Erwachsene akzeptieren! Wir müssen uns von dem Gedanken lösen, Kinder optimieren zu wollen. Auch als Politik dürfen wir diesen Fehler nicht machen. Ich stehe daher zu großem Leistungsdruck in der Schule oder gar bereits im Kindergarten sehr skeptisch gegenüber.

Kinder verdienen unsere ganz besondere Aufmerksamkeit und unseren Schutz. Ich setze mich ein für eine menschliche Kindheit – und für Kinderrechte in allen Bereichen.

Unser NRW-Plan zum Thema Kinder

Kinder spielen natürlich auch im Wahlprogramm der NRWSPD eine große Rolle. Die Forderungen meiner Partei unterstütze ich ausdrücklich. Besonders wichtig sind mir folgende Punkte:

  • Kostenlose Kinderbetreuung: Wir wollen in den Kernzeiten eine qualitativ hochwertige Kindertagesbetreuung kostenfrei anbieten.
  • Wir werden die Betreuungsschlüssel verbessern – denn Kinderbetreuung braucht Zeit, feste Bezugspersonen und Zuwendung. Das Kinderbildungsgesetz wollen wir daher grundlegend reformieren!
  • Die Arbeitsbedingungen in der Kinderbetreuung sollen verbessert werden. Dazu gehören eine bessere Bezahlung, sichere Arbeitsplätze und ein gesundes Arbeitsumfeld – und realistischere Arbeitszeiten.
  • Flexiblere Angebote: Es braucht manchmal passgenaue Lösungen für Eltern und ihre Kinder. Deshalb wollen wir Kommunen und die Träger bei der Ausweitung von Öffnungszeiten und der Entwicklung von Randzeitenbetreuungsmodellen unterstützen. Dazu gehören auch mehr verlässliche Ferienbetreuungsangebote für Familien mit schulpflichtigen Kindern.
  • Präventionspolitik: Unser Modellprojekt „Kein Kind Zurücklassen! Kommunen in NRW beugen vor“ hat sich bewährt. Wir sehen deutlich: Vorbeugung wirkt. Das wollen wir fortsetzen!

Mehr Informationen finden Sie im Wahlprogramm der NRWSPD.

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