Mutig für menschliches Wohnen

Jeder Mensch braucht ein Zuhause – also eine gute Wohnung oder ein Haus. Ich setze mich für menschliches Wohnen ein. Was das genau bedeutet, möchte ich in diesem Beitrag erklären.

Menschliches Wohnen ist bezahlbar

Gerade wir in Düsseldorf kennen das Problem: Wohnungen und Häuser werden immer teurer. Die Miete oder die monatlichen Kosten für Wohnraum verschlingen heute einen großen Teil des Geldes, was viele von uns monatlich zur Verfügung haben. Für viele steht bei der Wohnungssuche nicht die Frage im Vordergrund, wie man gerne wohnen würde, sondern nur noch, was man überhaupt bezahlen kann. Natürlich wird eine gute Wohnung oder ein Haus immer seinen Wert haben und nicht für Dumpingpreise zu haben sein – das will ich auch nicht. Aber der Level, den wir heute erreicht haben, ist einfach zu hoch.

Ich habe vor einiger Zeit mit dem Fall einer jungen Familie zu tun gehabt. Obwohl beide Elternteile nicht schlecht verdient haben, fanden sie in Düsseldorf kein Haus, welches sowohl bezahlbar als auch für kleine Kinder geeignet war. Mittlerweile haben sich beide einen Arbeitsplatz in einer anderen Stadt gesucht. Dieses Beispiel zeigt, dass bezahlbarer Wohnraum auch für die Stadt und ihre Wirtschaft wichtig ist. Ich setze mich daher dafür ein, dass wir Instrumente finden, die Kosten für Wohnraum auch in Städten wie Düsseldorf zu senken.

Menschliches Wohnen gibt Heimat

Ein Zuhause sollte auch Heimat sein. Für viele Mieter bleibt dies aber ein Traum. Gerade für Mieter der großen Wohnungsbaugesellschaften und Immobilieninvestoren bleibt oft das Gefühl, dass sie nur eine austauschbare Nummer in den Bilanzen der Vermieter sind.

Ein besonderes Bitteres Beispiel war für mich in den vergangenen Jahren hier Hassels-Nord. Wie hier mit den Mietern um Zuge der Sanierung der dortigen Hochhaussiedlung umgegangen worden ist, hat mich tief bewegt und oft sehr wütend gemacht. Dabei ging es nicht nur um die teils massiven Mietsteigerungen, sondern vor allem um den Umgang des Investors mit den Menschen, die dort leben. (Ich habe darüber einige Blogartikel geschrieben: Am Beispiel Hassels-Nord: Warum ich mich einmischeHassels Nord: Eigentümer saniert sich auf Kosten der AllgemeinheitMieterhöhungen nach Modernisierungen: Jetzt Mieter schützen!).

Für mich ist klar, dass wir die Rechte von Mietern schützen und auf einen menschlichen Umgang mit ihnen bestehen müssen. Als Mieter ist man eben nicht einfach ein normaler Kunde, der mal eben den Dienstleister wechseln kann. Es geht um das Zuhause der Menschen.

Menschliches Wohnen ist gesund

Das Thema Wohnen betrifft auch ganz viele andere Bereiche. Lärmschutz, Umweltschutz und vieles mehr. Gerade hier zeigen sich besonders große Unterschiede. Für viele Menschen ist selbstverständlich, dass sie in einer ruhigen, gesunden Umgebung wohnen. Mit einer sauberen Luft, ohne Dreck, Gestank und Lärm. Aber das muss man sich erst einmal leisten können! Leider hängt es heute stark vom Geldbeutel ab, ob man in einer gesunden Umgebung wohnen kann, oder nicht. Das muss sich ändern! Wir müssen dafür sorgen, dass jeder Mensch vor Lärm, Abgasen und anderen Problemen geschützt wird. Und jeder Mensch muss in einer Wohnung leben können, die frei von Schimmel, Schadstoffen und anderen Belastungen ist.

Lärmschutz und Umweltpolitik wird hier zu einem wichtigen und sozialen Thema.

Menschliches Wohnen ist verlässlich

Damit eine Wohnung zur Heimat werden kann, bedarf es einer sicheren Verlässlichkeit. Ich stehe daher für wirksamen Schutz von Mietern vor ungerechtfertigten Kündigungen, ständigen Sanierungsarbeiten und anderen solcher Belastungen. Hier erinnere ich mich wieder gut an Hassels-Nord, wo Mietern teilweise sehr kurzfristig mitgeteilt wurde, wann in ihren Wohnungen Sanierungsarbeiten stattfinden.

Wohnraum darf nicht zum Spielfeld von Spekulanten und Investoren werden!

Menschliches Wohnen ist nicht immer gleich

Jeder Mensch hat andere Vorstellungen von einem perfekten Zuhause! Und das ist auch richtig so. Aber auch die Anforderungen und Bedürfnisse verändern sich. Ich möchte daher auch andere Wohnformen fördern. Wir brauchen neue Wohnmodelle – für Studenten, für Senioren, für Familien. Ich finde beispielsweise die Idee von Mehrgenerationenwohnen sehr faszinierend. Viele Generationen unter einem Dach, die sich gegenseitig unterstützen.

Mehr über meine Haltung zum Thema Wohnen findest Du auch hier.

Unser NRW-Plan zum Thema Wohnen

Das Thema Wohnen spielt natürlich auch im Wahlprogramm der NRWSPD eine große Rolle. Die Forderungen meiner Partei unterstütze ich ausdrücklich. Besonders wichtig sind mir folgende Punkte:

  • Der Neubau von Wohnungen soll in NRW von derzeit 50.000 pro Jahr auf 80.000 pro Jahr gesteigert werden. Gegen zu hohe Preise hilft am Ende nur bauen, bauen und bauen. Dafür haben wir verschiedene Ansätze – u.a. werden wir mit das auf Landesebene erfolgreiche Programm „Bündnis für Wohnen“ auf die regionale Ebene tragen. Außerdem sollen neue Anreize zum Bau von Wohnraum geschaffen werden. Ein Vorschlag hier: Die Grundsteuer für unbebaute Grundstücke in den Städten erhöhen und gleichzeitig einen ermäßigten Steuersatz bei der Grunderwerbssteuer für sozialen Wohnungsbau einführen.
  • Wir wollen Sanierungen und Modernisierungen fördern. Eine Sanierung ist eigentlich etwas Gutes, wenn sie anders umgesetzt wird, als beispielsweise in Hassels-Nord. Wir werden uns dafür das Wohnungsaufsichtsgesetz genau ansehen und wenn nötig verschärfen.
  • Wir wollen energieeffizientes Wohnen auch für MieterInnen mit geringem Einkommen möglich machen.  Dazu soll eigens ein Pilotmodell gestartet werden, mit dem es einen bestimmten Klima-Bonus gibt, vergleichbar mit einem Klima-Wohngeld.
  • Die Bezahlbarkeit von Wohnraum soll sichergestellt werden. Dafür werden wir die Mietpreisbremse noch einmal genau prüfen und eventuelle Schlupflöcher beseitigen und wir werden uns bundesweit für verbindliche und qualifizierte Mietspiegel einsetzen.
  • Den öffentlichen und genossenschaftlichen Wohnungsbau stärken. Dies kann am Ende eines der wirkungsvollsten Werkzeuge gegen zu hohe Preise sein! Wir werden daher sogar die Gründung einer landesweiten Wohnungsbaugesellschaft prüfen, um überall dort tätig zu werden, wo es keine kommunalen Gesellschaften gibt.
  • Bauplanungs- und Genehmigungsverfahren optimieren. Wir müssen den Bau von Wohnraum vereinfachen und Hürden beseitigen.

Mehr Informationen finden Sie im Wahlprogramm der NRWSPD.

0 Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.