Walburga persönlich

Vita

  • Ich bin 1955 geboren, lebe in Benrath und habe einen Sohn.
  • Beruf: Sozialpädagogin in der Ausbildung benachteiligter junger Erwachsener.
  • Seit 1987 Mitglied in der SPD.
  • 1992 bis Juli 2012 war ich Ratsfrau für Benrath und Reisholz im Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf, dort Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses und stellv. Fraktionsvorsitzende.
  • Seit Mai 2012 bin ich Mitglied des Landtags NRW.
  • Ich bin Sprecherin der SPD im Ausschuss für Kultur und Medien, Mitglied im Ausschuss für Familie, Kinder und Jugend und im Parlamentarischen Untersuchungsausschuss zur „Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund“.

Meine Jugend hat mich geprägt

Ich bin aufgewachsen in einer kinderreichen Familie mit vier Geschwistern. Ich war die Älteste und habe schon früh Verantwortung übernommen -das war damals so in einer Großfamilie . Meine Eltern waren sehr konservativ und katholisch, mein Vater war aktives CDU Mitglied und Ratsherr. So bin ich schon früh als Kind mit Politik in Berührung gekommen. Das hat mich sehr fasziniert und wir hatten oft lebhafte und kontroverse Diskussionen zu Hause. So war bei uns immer etwas los.

wb_elternFür meine Eltern war klar, die Mädchen machen eine mittlere Reife und mein Bruder Abitur. Das war von der Einstellung geprägt, die Mädchen gründen eine Familie und brauchen eine solide Berufsausbildung. Aber das Studium für fünf Kinder war nicht zu finanzieren. Undenkbar für uns. Also habe ich die Mädchenrealschule besucht und im Anschluss die Fachoberschulreife gemacht. Mein eigentliches Ziel: Ich wollte Sozialpädagogin werden – was auch auf dem zweiten Bildungsweg möglich war. Heute weiß ich, wie gut es ist, dass die SPD immer für den zweiten Bildungsweg und Durchlässigkeit gekämpft hat.

Mit Freunden bin ich schon früh durch Europa getrampt. Dies durften natürlich unsere Eltern nicht wissen, aber uns reizte das Abenteuer und wir wollten anders reisen. Auf diese Art habe ich viele Länder gesehen.  Meistens waren wir in Jugendherbergen und hatten Kontakte mit vielen Menschen aus anderen Nationen und Kulturen und das hat uns begeistert.

Ausbildung zur Erzieherin und Studium

Ich bin dann Erzieherin geworden und habe meine Ausbildung auf einer katholischen Fachschule absolviert – bis dahin alles katholisch. Dann habe ich rebelliert und mir meinen Weg gesucht. Ich wollte die „Welt verändern“,  von der 68er Bewegung war ich sehr begeistert, endlich anders. Den Muff aus tausend Jahren… ich wusste genau, was damit gemeint war. Aber nur reden und diskutieren? Nein, ich wollte handeln!

Darum habe ich mich einer großen Herausforderung gestellt und in einem der größten sozialen Brennpunkte gearbeitet. Ich wollte etwas bewirken, bewegen, verändern, bessere Lebensbedingungen für Kinder schaffen. Nach einer Zeit wurden mir die Grenzen zu eng und meine Möglichkeiten waren zu eingeschränkt, um dieses Ziel zu erreichen. Daher begann ich, Sozialpädagogik zu studieren. Ich war inzwischen verheiratet und habe nebenbei gearbeitet.

wb_1977Damals kamen ganz neu Betreuungsangebote für Kinder unter drei Jahren auf. Im Rahmen eines Projektes mit der EU haben ich eine der ersten dieser Einrichtungen geleitet. Vor 25 Jahren eine wirkliche Herausforderung. Angriffe, Vorbehalte, Ablehnung, Beschimpfungen  wie „Rabenmütter“ waren für mich in meiner Arbeit auf der Tagesordnung. Doch ich war motiviert, weiter zu gehen, wirkliche Veränderungen zu erreichen.

Politisches Engagement

Für mich war nun klar: Ich wollte mich politisch engagieren, in einer Partei. 

Ich habe lange gesucht, um die Partei zu finden, die meinen Wertvorstellungen und meinen Visionen von Gerechtigkeit entspricht. Ich bin Christin – ja, auch Katholikin. Dennoch war für mich klar: Die CDU war für mich nicht meine Partei. Zwischen deren Parteiprogramm und dem nötigen pragmatischen Handeln lagen für mich Welten. Dann hatte ich Kontakt zu der linken Szene in Berlin – den Hausbesetzern. Die Idee alles teilen, allen gehört alles, waren für mich als junge Frau schon faszinierend. Aber die Wirklichkeit war anders… Natürlich, auch die Grünen interessierten mich. Eine junge Partei damals – anders als die anderen Parteien.  Die Umwelt- und Klimapolitik war mir wichtig, aber allein nicht ausreichend.

In der SPD

1987 trat ich in die SPD ein. Die Grundmaxime Solidarität, Gerechtigkeit, Freiheit sind meine Werte. Und meine Heimat.

ABild4b jetzt ging alles sehr schnell:  Von 1992 bis 2012 war ich als Ratsfrau in der Kommunalpolitik und hier über 14 Jahre Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses der Stadt Düsseldorf. Ich kämpfte für die Interessen von Kindern und Jugendlichen und setzte mich ein für eine bessere Welt. Dies habe ich leidenschaftlich gerne getan.
Im Jahr 2012 kam es überraschend zu Landtagswahlen in NRW. „Kein Kind zurücklassen“, das war die politische Aussage von Hannelore Kraft und ich wusste, dass ist meine Zeit, um hier aktiv zu werden. Mit einem überwältigenden Wahlergebnis von 42,5% wurde ich im Landtagswahlkreis des Düsseldorfer Südens direkt gewählt. Ich war überglücklich.

Meine Politik ist für mich eine Chance etwas zu bewegen und zu gestalten. Meine Herkunft, mein Lebensweg haben mich politisch sehr geprägt und ich glaube wirklich, dass ich die Bodenhaftung nie verloren habe. Die Offenheit Neues zu erleben, zu erfahren, und umzusetzen ist für mich eine wichtige Grundvoraussetzung meiner Arbeit.

Privat

Bild6Besonders am Herzen liegt mir mein Sohn Christoph, der 1987 geboren wurde. In den letzten Jahren war ich alleinerziehende Mutter, von daher habe ich über Jahre den Spagat zwischen Familie und Beruf (und der ehrenamtlichen Politik) erlebt und weiß, wie schwierig dies oft zu vereinbaren ist.

Ich brauche Zeit für mich – einfach entspannen, entschleunigen, nichts tun, um Kraft zu sammeln, um nachzudenken in aller Ruhe. In der Natur zu sein, mich inspirieren zu lassen. Dann kann ich mich wieder für meinen Wahlkreis und die Menschen in NRW engagieren.

Meine Freunde sind mir wichtig, einen Austausch zu haben über die Politik hinaus, verbunden zu sein und vertrauensvoll  und herzlich Beziehungen zu haben.